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Pallia

Die Nahrungsmittel, die die Menschen in den Leprakolonien erhalten, kommen hier her, aus Pallia. Auf etwa 125 Hektar Land wird Getreide, hauptsächlich Weizen, Mais, Kartoffeln, Linsen, Sojabohnen, Gemüse wie Rettich, Blumenkohl und Tomaten, Erdnüsse, Zwiebeln und Knoblauch angebaut. Über das Gelände verteilt stehen Obstbäume. Hühner, Kühe und Ziegen bevölkern die Farm. Abhängig von den Regenfällen kann zwei bis drei Mal im Jahr geerntet werden. Um der zunehmenden Trockenheit besser begegnen zu können, wurde 2009 ein Teich angelegt, in dem das Wasser aufgefangen und zur Bewässerung auf die Felder geleitet wird. In einer Anlage bestehend aus mehreren betonierten Gruben wird organischer Dünger hergestellt. Schon im letzten Jahr konnte eine Steigerung des Ernteertrags verzeichnet werden.

In den 15 Häusern auf dem Gelände lebt je eine geheilte Leprafamilie. Anfangs kamen die Schwestern täglich mit dem Regionalzug aus Indore, inzwischen haben die vier zuständigen Schwestern eine eigene Bleibe in Pallia. Schwester Sushma hat Landwirtschaft studiert und bringt einige Expertise mit. Von den umliegenden Höfen kommen interessierte Bauern, um sich auf der Modellfarm über den richtigen Gebrauch von Wasser und die Herstellung von Dünger zu informieren. Für die Arbeit auf dem Feld, Seite an Seite mit den Familien, legen die Schwestern ihren weißen Sari ab und tragen dunklere Muster. Für die Aussaat- und Erntezeit erhält die Gruppe Unterstützung von den Novizinnen und Postulantinnen des Ordens. Der Ertrag dient zuallererst der Versorgung der Leprakolonien, Überschüsse werden an das Mutterhaus in Indore oder andere Missionsstationen verkauft, nicht auf dem Markt. Die Mitarbeiter erhalten zusätzlich zu ihrem Lohn ebenfalls einen Teil der Ernte. Ihren Kindern wird durch Patenschaften der Schulbesuch und die Unterbringung im Internat finanziert.

Zu erfahren, dass sie mit der Arbeit ihrer Hände den Lebensunterhalt der Familie bestreiten können und nicht auf Betteln angewiesen sind, gibt den Leprosen ihre Würde zurück.

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