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Ishawaas

Ishawaas bedeutet „Ort, an dem Gott wohnt“.  Die Kolonie, in der geheilte Leprakranke zur Rehabilitierung untergebracht sind, trägt diesen Namen.

Es handelt sich um 36 kleine Häuschen, errichtet im Jahr 1962 durch Mutter Baptista. Soweit möglich halfen sogar die Leprakranken selbst beim Bau. In der ersten Zeit boten sie 250 Menschen ein Dach über dem Kopf, die zuvor unter Brücken und Bäumen oder auf Bahnsteigen lebten, immer in der Angst wieder fortgejagt zu werden.

Heute leben in Ishawaas noch 30 Familien, die meisten Einwohner sind alt, von der Krankheit entstellt und können nicht mehr selbst für ihren Unterhalt sorgen. Ihren Kindern wurde mit Unterstützung durch Patenschaften der Schulbesuch ermöglicht. Sie sind inzwischen selbstständig, haben einen Beruf erlernt und sind nicht mehr darauf angewiesen in Ishawaas zu leben. Neuankömmlinge sind inzwischen eine Seltenheit, denn die Behandlungsmöglichkeiten in öffentlichen Krankenhäusern haben sich verbessert.

Wem es trotz der körperlichen Entstellung noch möglich ist, der geht im Social Welfare Center einer Tätigkeit als Wächter, Gärtner oder Haushaltshilfe nach. In Ishawas wird von ihnen außerdem ein Gemeinschaftsgarten bewirtschaftet und in einer Werkstatt werden am Webstuhl Bettlaken, Saris und Handtücher hergestellt. Man hilft sich gegenseitig. Die Bewohner erhalten Lebensmittel wie Öl, Reis, Dal und Getreide, Brennholz, Kleidung, Seife und ein Taschengeld, denn Betteln ist verboten. Ein Mal wöchentlich kommt die mobile Ambulanz des Ordens, um Wunden zu säubern, zu verbinden und Medikamente zu verteilen. Die Ordensschwestern sind für die Bewohner immer verfügbar und begleiten sie von der Wiege bis zum Grab. Sie sprechen ihnen Mut zu und verhelfen ihnen zu einem würdevollen Leben.

Wer als Besucher nach Ishawaas kommt, der wird herzlich empfangen. Während einer kleinen Zeremonie überreichen die Bewohner mit ihren verkrüppelten Händen Blumen, gerne darf man einen Blick in ihre akribisch sauber gehalten Häuschen werfen. In jedem davon ist ein Bild von ihrer sehr verehrten Mutter Baptista zu finden. Das Interesse erfüllt sie mit Stolz. Der Ort ist friedlich, einladen, geradezu heimelig. Der Ort, an dem Gott wohnt.

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