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Gusat/Tappa

Die Region hat mit besonderen sozialen Strukturen zu kämpfen. Immer noch ist die Gegend von einem feudalen System geprägt, wohlhabende Landbesitzer unterdrücken die in verstreuten Dörfern lebende Bevölkerung seit Jahrzehnten. Der Gegensatz zwischen Arm und Reich ist offensichtlich und riesig. Noch dazu stehen sich unterschiedliche ethnische Gruppierungen gegenüber. Es herrscht ein Klima des Misstrauens, das Kriminalität reichlich Nährboden bietet. Die Verhältnisse scheinen insbesondere deswegen zementiert, weil es nur sehr schwer gelingt, der jüngeren Generation eine Schulbildung zu ermöglichen, die es ihnen erlaubt, die Abhängigkeit zu durchbrechen.

 

Das Internat

In der Station zwischen den Dörfern Gusat und Tappa leben vier Schwestern. In ihrer Obhut befinden sich etwa 20 Mädchen, die im Internat ein sehr familiäres Umfeld genießen dürfen. Sie erhalten nicht zuletzt durch den unglücklichen Umstand ihrer geringen Zahl viel Aufmerksamkeit. Leider gibt es bisher keine ordenseigene oder von der Diözese geleitete Schule, weswegen die Kinder eine staatliche Schule im nächsten Ort besuchen. Da die Qualität des Unterrichts, wenn er denn überhaupt stattfindet, sehr zu Wünschen übrig lässt, unterrichten die Schwestern ihre Schützlinge vor und nach der regulären Schulzeit. So werden immerhin die Grundlagen in Hindi, Englisch und Mathematik vermittelt. Bildung erlangt langsam, aber stetig einen höheren Stellenwert. Das Engagement wird jedes Jahr durch steigende Anmeldungen gewürdigt, in den nächsten Jahren sollen die Mädchen aus dem Schwesternhaus in ein eigenes Internatsgebäude umziehen können. Die rund 30 Jungen, die durch zwei Priester betreut werden, leben bereits in einem separaten Gebäudetrakt.

 

Sozialarbeit in Gusat, Tappa und Umgebung

Die Schwestern bemühen sich um eine vertrauliche Beziehung zu den Bewohnern der Gegend. Mit ihrer Krankenstation bieten sie die einzige Möglichkeit medizinischer Versorgung in der Umgebung. Sie besuchen so häufig wie möglich auch die abgelegenen Dörfer und Hütten und nehmen dafür lange Fußmärsche durch die Hitze auf sich. Um den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen, erteilen sie Unterricht an Nähmaschinen und tragen dazu bei, dass sich Frauen durch die neue Verdienstmöglichkeit aus der Abhängigkeit der Feudalherren befreien. Allzu oft werden sie aber Spielball der Interessen. Die Lebensbedingungen in den Dörfern haben sich bisher kaum verbessert. Immer wieder sind auch Tote zu beklagen, verunreinigtes Wasser, Schlangenbisse und die hohe Kriminalität tragen dazu bei.

Um in Zukunft Erfolge zu erzielen, was das Bildungsniveau und die Lebensbedingungen in den Dörfern angeht, wird die Unterstützung der Diözese benötigt. In erster Linie soll ein neues Internatsgebäude und eine private Schule entstehen. Auf lange Sicht müssen die festgefahrenen Machtstrukturen durchbrochen werden, um den Menschen eine Perspektive zu bieten.

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