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Die Krankheit

1873 wurde das Mycobacterium leprae entdeckt, seitdem werden Therapiemöglichkeiten erforscht, in der Hoffnung, die Jahrhunderte währende Isolation der Kranken zu durchbrechen. Seit Mitte der 70er Jahre werden Erkrankte mit einer Kombination dreier Antibiotika behandelt, die den Erreger vollständig abtöten. Lepra ist heilbar! Der genaue Infektionsweg ist aber nach wie vor unbekannt, man vermutet eine Tröpfcheninfektion durch die Nasenschleimhaut. Das größte Problem im Kampf gegen die Krankheit ist aber die Inkubationszeit von bis zu 30 Jahren: lange bevor eine Erkrankung diagnostiziert werden kann, wird der Erreger weitergegeben. Auch erkranken nur etwa 5-10 Prozent aller Angesteckten tatsächlich und verbreiten den Erreger unbemerkt. Aus Furcht vor der Isolation wenden sich viele Infizierte nicht rechtzeitig an einen Gesundheitsdienst. Mangelnde Bildung, extreme Armut, beengte Wohnverhältnisse, unzureichende Hygiene, Unterernährung und ein eingeschränktes Immunsystem sind der perfekte Nährboden für die Krankheit. Lepra ist damit eine Krankheit der Armen!

Der Erreger befällt die Haut und das Nervensystem. Zunächst zeigen sich weiße Flecken, die unempfindlich gegen Schmerz, Hitze und Kälte sind. Mit fortschreitender Gefühlslosigkeit an Händen und Füßen steigt das Risiko, dass der Erkrankte sich verletzt. Infektionen sind die Folge und werden sie nicht behandelt, sterben die Gliedmaßen ab. Häufig treten Lähmungen auf, bei einem Befall der Augen kann es zu Sehbehinderungen kommen. Die Kranken sind körperlich entstellt und werden von Angehörigen und der Gesellschaft diskriminiert und ausgeschlossen. Immer noch ist der Glaube weit verbreitet, dass Lepra eine Strafe Gottes ist. Auch die Kinder der Leprakranken erfahren Diskriminierung, oft wird ihnen der Schulbesuch verweigert. Wie viele Menschen heute an Lepra erkrankt sind, wagt niemand genau zu sagen. Von mehreren Millionen ist die Rede. Laut dem Deutschen Aussätzigen Hilfswerk (DAHW) infizieren sich pro Jahr etwa 250 000 Menschen neu, über die Hälfte davon allein in Indien.

Dieser Text wurde unter Berücksichtigung der Angaben des Deutschen Aussätzigen Hilfswerks erstellt. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des DAHW: www.dahw.de/lepra-tuberkulose-buruli/lepra.

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