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Chikliya

Chikliya ist eine Außenstation im Bundesstaat Madhya Pradesh, etwa vier Autostunden von Indore entfernt. Die Gegend ist karg, dennoch leben die meisten Menschen mehr schlecht als recht von Ackerbau. Sie gehören zur Gruppe der Adivasi, eine inhomogene Ureinwohnergruppe, die sich aus vielen Stämmen mit je eigener Kultur zusammensetzt. Durch die hinduistische Mehrheit in nahezu unfruchtbare Landstriche verdrängt, sind die traditionellen Bauern heute extrem verarmt, oft arbeitslos und abgeschnitten vom Zugang zum indischen Bildungs- und Gesundheitssystem. Chikliya, das Dorf, hat um die zweihundert Einwohner.

 

Die Station

Sechs Ordensschwestern leben und arbeiten in Chikliya, eine Krankenschwester, eine Internatsmutter, eine Schuldirektorin, zwei Lehrerinnen und eine Sozialarbeiterin. In der Krankenstation werden die Internatskinder und die Menschen aus der gesamten Umgebung medizinisch betreut und versorgt. Die Untersuchung ist kostenlos, für Medikamente wird die Hälte des Einkaufspreises verlangt. Ist die Behandlung in der Station nicht möglich, begleitet die Krankenschwester die Patienten ins Krankenhaus, denn den Arzt können viele nicht verstehen, geschweige denn lesen, was er aufschreibt. Die Sozialarbeiterin sucht den Kontakt zu den Menschen in den Dörfern, oft muss sie zu Fuß dorthin gehen. Sie versucht den Menschen den Wert von Schulbildung näherzubringen, damit sie ihre Kinder in die Schule schicken. Außerdem berät sie in Sachen Ernährung, Hygiene und Hauswirtschaft. Unterstützt werden die Schwestern durch zwei Priester, die sie in die Dörfer begleiten, viele Verwaltungstätigkeiten übernehmen und das Jungeninternat betreuen. Die Station hat zwei Stunden am Tag Strom und von Juni bis März auch fließend Wasser. Chikliya ist in der Trockenzeit von besonders großen Wasserproblemen betroffen, das Dorf liegt auf einem Hochplateau und der Grundwasserspiegel ist sehr niedrig.

 

Das Internat

Im neuen Schuljahr erwarten wir 120 Mädchen im Internat. Die Zahl der Jungen ist nur noch geringfügig höher. Die Kinder sind zwischen fünf und zwölf Jahre alt. Sie profitieren enorm vom Aufenthalt im Internat, sie wachsen behütet auf, werden zu Selbstständigkeit erzogen und können sich auf die Schulausbildung konzentrieren. Sie werden in Hindi, Englisch, Mathematik und Sozialkunde unterrichtet. Darüber hinaus lernen sie wichtige Dinge über Landwirtschaft, Ernährung und Hygiene. Das Essen für die Kinder bereiten Frauen aus dem Dorf zu, die dafür entlohnt werden. Es gibt zwei Mal die Woche Ei oder Hühnchen und Obst, ansonsten Reis und Linsen oder Gemüse, zum Frühstück essen die Kinder Porridge. Um den Wert der Schulbildung zu unterstreichen, wird ein symbolischer Beitrag von umgerechnet etwa 50€ im Jahr von den Eltern verlangt. Einige können zumindest einen Teilbetrag aufbringen, andere gar nichts. Unabhängig von dem Beitrag, den die Eltern bezahlen, wird das Internat durch Patenschaften und Spenden finanziert. Fast alle Mädchen haben inzwischen Paten, so dass auch Bücher, Schuluniformen, Betten, Decken und Dinge des täglichen Bedarfs bereitgestellt werden können, Die Gelder werden außerdem zur Instandhaltung der Gebäude verwendet.
Die Schule besuchen auch Kinder aus den umliegenden Dörfern, insgesamt gehen 600 Kinder in Chikliya zur Schule. Im März haben wir ein neues Schulgebäude mit drei Klassenräumen eingeweiht, um den steigenden Schülerzahlen gerecht zu werden. Im Juni treten drei neue Lehrer ihre Stelle an.

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